
Sammlungsschwerpunkte

![]() |
Sakrale Kunst In der Sammlung sind Werke aus dem Hochmittelalter bis ins 20. Jahrhundert vertreten. Eine erste bedeutende Gruppe bilden Objekte aus dem Spätmittelalter, darunter beachtenswerte Stücke wie die Sandsteinfiguren von den Chorstreben der benachbarten Kirche St. Oswald oder die beiden Turmmonstranzen. Die meisten Künstler und Kunsthandwerker kamen noch von auswärts. Dies änderte sich im Barock, wo verschiedene einheimische Maler, Bildhauer und Goldschmiede tätig waren. Vor allem letztere erreichten ein Niveau von überregionalem Rang. Ihr meisterhaftes Können zeigt sich besonders bei den vollplastischen Silberfiguren. Auftraggeber für die Sakralkunst waren ausser der katholischen Kirche auch private Stifter. Viele der wertvollen Arbeiten sind Dauerleihgaben von katholischen Kirchgemeinden.
|

![]() |
Glasmalerei Die Stadt Zug gehörte vom 16. bis 18. Jahrhundert zu den bedeutenden Produktionszentren kleinformatiger Bild- und Wappenscheiben. Im 15. Jahrhundert war in der Schweiz die Sitte aufgekommen, bei Neu- oder Umbauten Fensterglas zu schenken und den oder die Stifter in einem integrierten Glasgemälde, der sog. Kabinettscheibe, zu nennen. Die Darstellungen auf den Bildscheiben zeigen allegorische, biblische und historische Szenen oder gewähren Einblick in den beruflichen und privaten Alltag des Stifters. Ausser Mode gekommen, setzte kurz vor 1800 der Verkauf der Scheiben ein – oft auch ins Ausland. Den Grundstock der gutbestückten Glasgemäldesammlung bilden ein früh angelegter Altbestand sowie 132 Scheiben, die 1962 von der Korporation Zug aus England zurückgekauft werden konnten.
|

![]() |
Porträts Generationen von Menschen kommen und gehen. Sie hinterlassen von ihnen geschaffene oder benutzte Gegenstände sowie auch ihre Bildnisse. Das Museum sammelt diese genau so, wie das Staatsarchiv schriftliche Dokumente historischer Persönlichkeiten aufbewahrt. Sind es im Spätmittelalter Stifter und im Barock Mitglieder bedeutender Familien, die sich porträtieren lassen, weitet sich der Kreis der Auftraggeber seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert auf ein breites Bürgertum aus. So malt der Zuger Künstler Franz Josef Menteler (1777-1833) insgesamt mehr als 800 Bildnisse und der jüngere Porträtmaler Josef Stocker (1825-1908) sogar rund 1800. In der umfangreichen Porträtsammlung spiegelt sich die Gesellschaft Zugs aus mehreren Jahrhunderten wieder.
|

![]() |
Nachlass Fotografin Marianne Blatter Eine ganze Generation von Chamern hat die Ortsfotografin Marianne Blatter (1920-2004) zwischen 1949 und 1995 mit ihrer Fotokamera festgehalten. Die ca. 100‘000 Negative bilden zusammen mit dem Auftragsregister für die Gemeinde Cham einen unschätzbaren Fundus an Porträtaufnahmen aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Nachlass der Fotografin umfasst jedoch nicht nur die Negativsammlung, sondern auch Objekte aus ihrem Atelier und Fotogeschäft. Zusätzlich wurde in ihrem Haus ein Video gedreht, welches das Labor und andere Arbeitsräume im Originalzustand zeigt und in dem ihre Arbeitsweise erläutert wird. Es vermittelt spannende Einblicke in die Zeit der analogen Fotografie. |

![]() |
Grafische Sammlung Der umfangreiche Bestand an Zeichnungen und Druckgrafiken mit unterschiedlichen Bildinhalten ist ein weiteres Kernstück der Museums-sammlung. Darunter befinden sich zahlreiche, zum Teil meisterhafte Ansichten von Stadt und Kanton Zug. Historische Szenen, Bildnisse und Trachtendarstellungen sind weitere wichtige Bildthemen. |

![]() |
Nachlass Hafnerei Keiser Die Hafnerei war von 1856 bis 1938 in Zug in Betrieb. Weit über die Region hinaus bekannt wurde sie durch das Ergänzen historischer Öfen – beispielsweise für das Schweizerische Landes-museum in Zürich – und das Anfertigen von Kopien nach alten Öfen. In der Werkstatt wurden vor allem Öfen nach Winterthurer Art gebaut, später auch Öfen im Rokoko- und Jugendstil. Die Kundschaft erstreckte sich bis zum rumänischen König. Der Nachlass besteht aus Ofenkacheln, Keramik verschiedener Art, Gussformen und Werkzeugen sowie aus einem umfangreichen Archiv. Dieses umfasst schriftliche Dokumente, eine Fachbibliothek, Entwürfe und Pläne für Kachelöfen sowie Vorlagen zur Illustration von Ofenkacheln. |

![]() |
Münz- und Medaillensammlung In Zug wurden von 1564 bis 1805 Münzen geprägt. Bis gegen 1700 wurden sie hauptsächlich für den Export und nicht für den einheimischen Geldbedarf produziert. In Zug selber waren viele fremde Sorten im Geldumlauf. Heute besitzt das Museum die bedeutendste Sammlung von Zuger Münzen in der Schweiz. Sie setzt sich aus dem gewachsenen Altbestand und der 2005 erworbenen Sammlung Luthiger zusammen. Diese wurde über drei Generationen von der Zuger Drogistenfamilie aufgebaut und macht den Hauptteil der gesamten Sammlung aus. Die Medaillensammlung umfasst einen grossen und bedeutenden Teil der für Zug hergestellten Medaillen. |

![]() |
Studiensammlung von Siegelabgüssen Die von Paul Ernst Guckenberger zwischen 1950 und 1965 angelegte Sammlung gehört zu den vollständigsten ihrer Art. Unterstützt wurde er wissenschaftlich und technisch durch das Schweizerische Landesmuseum. Ausser einigen Originalsiegeln und Siegelstempeln umfasst die Sammlung vor allem Abgüsse. 8‘200 Stück sind geordnet abgelegt unter Kirche, Regenten, Adel, Bürgergeschlechtern, Eidgenossenschaft, Städten, Schulen, Vereinen und Zünften. Hinzu kommen 12‘000 Dubletten und Negative. Geografisch liegen die Schwerpunkte im Gebiet der Eidgenossenschaft und in Süddeutschland. Ausgangspunkt für die Sammeltätigkeit war die Innerschweiz, was die Korporation Zug dazu bewog, die Sammlung 1971 zu erwerben und 1975 dem Museum zu schenken. |

![]() |
Nachlass Kirchenmaler Fritz Kunz Der in Einsiedeln geborene Fritz Kunz (1868-1947), der zu den bedeutenden Kirchenmalern der katholischen Deutschschweiz in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehört, genoss seine Ausbildung an der Kunstakademie in München. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Ausmalung der Liebfrauenkirche in Zürich und der Katholischen Pfarrkirche in Romanshorn. 1919 verlegte er seinen Wohnsitz nach Zug. Sein Nachlass umfasst Ölbilder, grossformatige Entwürfe in Kreide sowie kleinere Farbentwürfe für Altar-, Wand- und Deckenbilder und für Glasgemälde, dazu Studienblätter, Skizzenbücher und Werkfotografien. Unter der grossen Anzahl von Bildern und Entwürfen befinden sich wichtige Werke aus allen Schaffensperioden. |

![]() |
Industriegeschichte Neuer Schwerpunkt der Sammlungstätigkeit ist die Erschliessung von Objekten zur Zuger Industriegeschichte. Im 19. und 20. Jahrhundert wurden in Stadt und Kanton Zug wichtige Schweizer Firmen gegründet, die zum Teil Unternehmen von weltweiter Bedeutung aufbauten, deren Erbe bis in die Gegenwart reicht. Diese industriellen Zeugnisse als herausragendes Zuger Kulturerbe gilt es zu bewahren, sind sie doch einmalige Träger kantonaler Identität. Auftakt des neuen Sammlungsengagements ist die Übernahme und Aufbereitung des Firmen-Nachlasses des Design-Büros M&E (Muchenberger und Eichenberger) aus Cham bzw. Zug. Das Konvolut besteht aus Produkten und Modellen der beiden Designer, einer Muster-und Vorbildsammlung sowie Dokumenten, wie Bildmaterial, Broschüren, Werbung und Skizzen. Die Schenkung, ein Glücksfall für das Museum, ist ein reicher Fundus von Erzeugnissen zweier namhafter Schweizer Industriedesign-Pioniere der Ulmer Schule. |

Sammlungsgeschichte

![]() |
Sammlungsgeschichte Ab 1876 werden Gegenstände, welche für die zugerische Geschichte von Interesse sind, gesammelt. 1879 wird im Gotischen Saal des Rathauses das erste - noch kleine - Museum unter der Bezeichnung „Historisch-Antiquarische Sammlung“ eingerichtet. In den folgenden Jahrzehnten ist die Museumskommission um eine stetige Erweiterung der Sammlung bemüht. So kommen um 1906 die Glasgemälde- und Waffensammlung des Kantons Zug ins Museum. Nebst den zahlreichen Schenkungen Jahr für Jahr werden auch einzelne aussergewöhnliche Objekte angekauft. |

















