Gemälde, Der Maler Fra Angelico kniend vor einer Heiligenprozession, angeführt von Maria mit dem Jesuskind
Die querrechteckige Darstellung zeigt eine Hügellandschaft zur Dämmerung. Auf der rechten Seite ist der im Dominikanerhabit kniende Fra Angelico mit Tonsur abgebildet. Er ist nach links gewandt, in seiner Linken hält er eine Farbpalette und einen Pinsel. Seine rechte Hand ist leicht erhoben. Er blickt auf die Figuren, die von der linken Bildseite auf ihn zuschreiten. An der Spitze Maria in einem hellen Gewand mit Schleier mit dem nackten, nimbierten Jesuskind auf dem Arm, das Fra Angelico segnet. Hinter Maria gehen Johannes der Täufer mit rotem Umhang und Kreuzstab, ein Mönch sowie ein alter Mann mit langem weissem Bart. Dahinter eine Frau und ein Mädchen in hellen Gewändern und eine Frau in dunklem Gewand, alle halten eine Schreibfeder in der Hand. Zuhinterst stehen zwei Dominikanermönche. Im Hintergrund rechts ist ein Kranz von Engeln und Bäumen zu sehen, am linken Rand sind weitere Bäume abgebildet. Unten rechts befinden sich in rotbrauner Farbe die Künstlersignatur und Datierung «FRITZ KVNZ ROMA 1903».
Auf der Rückseite des Spannrahmens befinden sich diverse Etiketten und handschriftliche Beschriftungen («FRITZ KVNZ / MVUNCHEN / SCHWANTHALERSTR 93 | AN / FRA ANGELICO»; «Controlasse[?]»; «Leipziger Kunstverein. / 4292»; «Luitpold-Gruppe. / (Nürnberg 1906) | [...]»; «Luitpold-Gruppe [Rest unleserlich]»; «Sächsischer / Kunstverein / Dresden. / 108»; Etikette der Schulen St. Michael: «Nr. 9, Fritz Kunz, "Frau [korrekt: Fra] Angelico", U26 Traforaum, Besitz STM»).
Der flache breite Goldrahmen ist auf der Innenkante mit Zierfries aus Kugeln und Stäben sowie rückseitig mit sechs metallenen Rahmenfedern (zur Befestigung des Spannrahmens im Rahmen) versehen. In den oberen Ecken sind zwei Metallösen zur Aufhängung angebracht.
Mit diesem Gemälde beteiligte sich Johann Friedrich Kunz/Fritz Kunz (30.04.1868–04.05.1947) an der Internationalen Kunstausstellung in Venedig (Biennale di Venezia/Biennale Arte) von 1903.
Laut dem Donator hing das Bild im Kollegium St. Michael in Zug und vermutlich auch in der Kapelle des Kollegiums. Der Sohn des Künstlers, Leo Kunz (16.07.1912–30.07.1978), wurde 1940 zum Priester geweiht. Ab 1940 war er zudem Lehrer am Kollegium St. Michael in Zug und von 1946 bis 1961 der Rektor des Kollegiums. Von 1961 bis 1975 leitete er das wiedereröffnete Freie Katholische Lehrerseminar St. Michael in Zug. Die Gemälde dürften durch ihn ins Kollegium gekommen sein.